RETROSPECTION: October 2017

momentan wird in Berlin nur noch November Rain gespielt und der Song von Guns’n’Roses lässt seine prophetische Wirkung über Berlin freien lauf. doch meine Gebete wurden erhört und der Oktober hat kurz einen goldenen Herbst aufblitzen lassen mit warmen Temperaturen und Sonnenschein bevor sich der gelbe Feuerball im Himmel erstmal für ein paar Monate verabschiedet hat.

photograph unbekannt

let’s get kinky

golden war es auch im Süden Deutschlands, wo mich Anfang Oktober ein Job hingeführt hat. lange Zeit habe ich die Gegend, die ich als Heimat bezeichnen könnte gemieden. zu viele Dämonen liegen dort begraben. ich wäre nicht derjenige, der ich heute bin, wenn ich nicht irgendwann meine Koffer gepackt und den Süden verlassen hätte, denn dort wäre es schwer geblieben tatsächlich die Person zu werden, die ich bin. aber genau für diese Message bin ich für zwei Tage in das kleine Städtchen Ravensburg gefahren. dort trifft unerwartererweise glamour auf die schwäbische Provinz: in einer Schuh Werkstatt die als Familienunternehmen in der vierten Generation von der Familie Harr geführt wird, werden Schuhe für die Musicalbühnen Deutschlands hergestellt (zum Beispiel Tanz der Vampire, 42nd Street) und für den heißesten und neusten Broadway Import wird hier momentan Tag und Nacht an den aufwendigsten Schuhen gearbeitet, die Familie Harr jemals hergestellt hat. Vor der Premiere des Musicals Kinky Boots durfte ich die Werkstatt besuchen und dort wird nun mein eigenes maßgefertigtes paar Kinky Boots hergestellt. jedes paar Stiefel, welches ihr auf der Bühne in Hamburg sehen werdet, wurde in dieser kleinen, fleißigen Werkstatt handgefertigt. die Gegensätze die hier in Ravensburg aufeinander treffen, sind auch die Gegensätze die mich ausmachen und beeinflusst haben. Die Rückkehr in die schwäbische Provinz mit einem der Songs des Musicals im Kopf (Just be – who you want to be) waren gleichzeitig für mich auch ein wenig die Rückkehr zu meinen geografischen Wurzeln, wo ich von Glamour und großen Bühnen geträumt habe und gerade dort bekomme ich nun ein paar Schuhe die für mich zeitgleich Symbol dafür sind, dass es sich lohnt Risiken einzugehen und dafür zu kämpfen, man selbst sein zu dürfen.

Ich bin sehr gespannt auf die Schuhe und die Premiere des Musicals am 3.12. im Operettenhaus in Hamburg. Tickets gibt es momenten hier im Vorverkauf, die Premiere ist jedoch schon restlich ausverlauft.


yummy yummy

In Berlin durfte ich mich auch mit einem Thema beschäftigen, dass mir immer sehr viel Spaß macht: Essen (Zitat: „Ich kenne niemanden der sich so sehr über Essen freut wie Strify.“).

Unter ein paar abendlichen Dinnern fand auch die Berlin Food Week im Kaufhaus Jahndorf statt. An einem Abend gab es ein besonderes Food Tasting in Form eines 6-gängigen Menüs in der Food Clash Canteen, wobei jeder Gang von einem Berliner Sternekoch zubereitet wurde und die Food Trends für das kommende Jahr vorgestellt wurden. Ich wurde eingeladen den Abend zusammen mit Foodora beim Dinner zu verbringen und war begeistert und konnte den ein oder anderen neuen Gaumenschmaus testen. So hatte ich das erste Mal Schwarzwurzel (ähnlich wie Spargel), habe mich daran erinnert das Wachtel zwar sehr luxuriös klingt aber eigentlich viel zu klein ist und dass manchmal eine simple Räucherforelle mit den richtigen Saucen das Highlight eines Dinners sein kann. Die Food Clash Canteen findet jedes Jahr im Rahmen der Food Week statt.

ein Desert von Sarah Klausen – die Blumen die ich nicht klauen durfte – die Räucherforelle von Michael Wickert mit Wilde-Meerrettich- & Rote-Beete-Mayo

viva la glam

Dieses Jahr durfte ich das zweite Jahr in Folge der Künstler Gegen Aids Gala im Theater des Westens beiwohnen. Das Jahr über haben verschiedene Brands und Organisationen Geld für die Berliner Aids Hilfe gesammelt. ich war mit dem Team von mac cosmetics Deutschland anwesend, die einen Scheck von 100.000 US$ an die Organisation übergeben haben aus dem Erlös des MAC Viva Glam Lippenstifts. Die nächste Viva Glam Kampagne ist bereits in Planung, allerdings darf ich nicht verraten welchen Star MAC dieses Mal dafür gewinnen konnte. Bereits letztes Jahr habe ich meine Gedanken zu diesem Abend in einem Post fest gehalten und auch dieses Jahr ging es in meinem Kopf ähnlich zu. Schaut also gerne noch einmal in den post von letztem Jahr rein.


Ansonsten haben die Press Days in Berlin einmal wieder alle möglichen Leute in der Stadt versammelt und an zwei tagen haben PR Agenturen ihre Marken und Kunden vorgestellt.


 

…just like honey

on repeat war diesen Monat ein Album welches sein 20-jähriges Jubiläum hatte und dies mit einem Picture Vinyl Release gefeiert hat: Das Album Butterfly von Mariah Carey war die originale Emancipation, die Mimi durchlief. Mit diesem Album etablierte Mariah Carey ihre künstlerische und individuelle Freiheit nachdem sie zuvor als Songbird #1 und Cash Cow vermarktet wurde und damit zwar immens kommerziellen Erfolg hatte, aber persönlich unglücklich zu sein schien. Als Kind einer weißen Irin und eines schwarzen Vaters venezuelischer Abstammung wuchs Mariah oft mit dem Gefühl auf als „biracial“ in der amerikanischen Gesellschaft nirgends wirklich dazuzugehören. Rückblickend wirkt es fast schon als hätte man versucht ihre Herkunft durch whitewashing zu verbergen. Doch auf Butterfly ließ Mariah nun beide Seiten ihrer Herkunft als Einfluss spürbar hervor treten und verließ das Pop Genre um sich dem R’n’B zu widmen mit dem sie aufgewachsen ist. Butterfly ist daher aus vielen Gründen eins meiner all time favourites – musikalisch und inhaltlich geht es um das Loslassen und Größer werden, es ist zeitgleich gekonnt und unforciert sinnlich. Es ist die Geschichte einer der großen Künstlerinnen der letzten drei Jahrzehnte, die heute noch inspiriert und Grenzen zwischen Musik und dem was wir als Herkunft verstehen verschwimmen lässt. Ich habe Butterfly circa 2001 das erste Mal auf CD gekauft und halte das Album 2017 als Vinyl in den Händen.

source: giphy.com / taken from the ‚Honey‘ music video, 1997

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*dieser Post ist in Zusammenarbeit mit verschiedenen Brands entstanden, enhält aber kein bezahltes product placement.

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