RETROSPECTION: April 2018

Ohne verlässliche Quellen recherchiert oder auch nur einmal gegoogelt zu haben, behaupte ich hier ganz frech, dass der letzte Monat der heißeste April seit langem war. Es scheint keinen Frühling mehr zu geben in Berlin sondern nur noch grau-in-grau und SOMMER! Ja, ich spreche seit Tagen nicht mehr von Frühling, sondern von Sommer in Berlin. Es ist so warm, dass ich sogar meinen Netflix Account für einen Monat auf Eis gelegt habe, da es einfach viel zu warm ist, um drinnen Serien zu binge-watchen. Was ich also anstelle von heftigem Serien-Konsum im April so gemacht habe, lest ihr exklusiv hier.


Eine meiner liebsten Indoor Aktivität war das Lana Del Rey Konzert in der Mercedes Benz Arena. Das einzige was diese Show für mich noch besser gemacht hätte, wäre es gewesen das Konzert in eine Open Door Venue zu verlegen. Das Konzert war dramatisch und ein wenig absurd – genau was man von Lana Del Rey eben erwartet. Bei Pretty When You Cry und Black Beauty musste ich ein bisschen weinen.

Also schaut weniger Serien sondern geht auf mehr Konzerte. Streamen kann man wieder wenn es regnet!

 


Das Kaufhaus Görlitz nachts und tagsüber

Ganz viel los war plötzlich in der sächsischen Kleinstadt Görlitz, als das Kaufhaus Görlitz zum dritten Euro Fashion Award einlud der seit 2014 alle zwei Jahre statt findet. Was sich nach einer lahmen Kaufhaus-Veranstaltung anhört ist in Wirklichkeit ein extravagantes Defilée in einem leerstehenden Jugendstil Kaufhaus in dem u.a. Wes Anderson sein Grand Budapest Hotel gedreht hat. 9 Nachwuchs-Designer zeigen völlig frei ihre Vision in einer Kollektion und haben dabei die Chance Fördergelder zu gewinnen. Das ruhige Städtchen Görlitz mag erstmal eine ungewöhnliche Location hierfür sein und einige der skurrilen Designs zauberten tatsächlich auch erstaunte Blicke auf die Gesichter eines Teils des Publikums, jedoch nimmt das weder der Kreativität der Künstler noch dem Glamour des Kaufhauses die Wirkung. Auch sonst feiert sich Görtlitz ganz schön viel selbst und schmückt sich mit dem Wort Görliwood (tatsächlich sogar copyright) da hier auch sonst bereits einige große Hollywood Produktionen statt gefunden haben. Die Stadt wurde bei den Kriegen größtenteils verschont und hat unglaubliche 4000 denkmalgeschütze Gebäude (ich war überrascht dass es überhaupt so viele Gebäude in der Stadt gibt), die den Ort zu einer authentischen und viel-gefragten Kulisse machen. Die Veranstaltung selbst wurde ebenfalls plötzlich Schauort von politischen Demonstrationen und erst auf der Heimfahrt habe ich begriffen dass die Kollektion der Berlinerin Maria Miottke eine eigentlich gar nicht so subtile Protestaktion gegen einen der großen Geldgeber des Abends war: Ihre Kollektion war von Baustellen inspiriert und schloss mit Schildern ab, die sich gegen Sexismus und Xenophobie aussprachen, die sich an einen Bauherren der Stadt richten, der öfters in seinem Blog […] kontroverse Statements abgegeben hat. Die Designerin hat trotz ihrer Message den dritten Platz belegt und ich muss zugeben dass ich überrascht war, wie viel Görlitz tatsächlich zu bieten hat.

Protest der Designerin Maria Miottke (oben), Models David White und Lukas Preuss

Zurück in Berlin standen nun wieder die German Press Days statt bei denen Agenturen ihre Brands und Kunden vorstellen und zukünftige Kollektionen teasern. Das ganze habt ihr vielleicht bereits in meiner Insta Story verfolgen können. Ein paar meiner Favourites waren diesmal untere anderem die Taschen von Liebeskind Berlin (unten seht ihr die Mixed Bag), die Hoodies und Barrets der jungen Labels Shanghai Tofu und die derzeit coolsten Brillen von etnia Barcelona.

 


Ende des Monats habe ich mein Equipment eingepackt und bin für eine neue Party meines Freundes Berry in das hanseatische Hamburg gefahren. Wir hatten uns vor ein paar Wochen unterhalten und ihm fehlt eine Alternative zu den reinen Pop Partys in Hamburg. Nicht lange gezögert, habe ich also mit ihm zusammen auf der ersten Kids Make Noise in der Prinzenbar aufgelegt  und dabei alles gespielt was man nicht in der Großraumdisse hört und das Indie Herz höher schlagen lässt. Wir haben bereits eine zweite Party am 1. Juni angesetzt und wenn ihr noch immer unsicher seid, was euch dort erwarten wird, habe ich eine Playlist zusammen gestellt mit einer Auswahl von Songs die wir aufgelegt haben.

Wie bei jeder neuen Party gab es ziemlich viel Feedback, aber die merkwürdigste Kritik war, dass wir weniger Black Music und mehr Indie spielen sollten das nächste Mal. Ich verstehe jedoch hierbei ehrlich gesagt die Unterscheidung nicht so ganz und nur weil ein Künstler schwarz ist und wir auch Hip Hop spielen, heißt das nicht dass es nicht vollund ganz zu einer Alternative Party passt. Viele der Unterscheidungen zwischen Indie und Mainstream oder Black Music sind schwammig. Und auch auf einer Alternative Party lege ich wert auf Diversity. Wem’s nicht passt, soll so lange eben auf dem Klo verschwinden.


Disclaimer: Dieser Artikel enthält Markennennungen die in keinem bezahlten Verhältnis stehen sondern auf redaktioneller Basis eingebunen sind.

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