RETROSPECTION: 77 Tage Sommer


Während ich diese Worte tippe ist der Sommer bereits fort gezogen und der Berliner Himmel über mir zieht Schleier in allen grauen Nuancen über meinen Kopf. Doch ich will jetzt nicht darüber sinnieren, wie sehr das herbstliche Berliner grau-in-grau meine Vibes verstimmen kann, sondern an einen wunderschönen Sommer zurück denken, von dem ich mir mehr als einmal gewünscht habe, dass er nie zu Ende gehen würde.

Mein Computer hat für ein paar Wochen gestreikt und ich konnte nie mehr als ein Bild bearbeiten, bevor ich Neustart drücken musste. Da ich mittlerweile fast alles mit meinem kleinen Handheld (meinem Smartphone) machen und arbeiten kann, gab es keine allzu große Dringlichkeit mein Notebook wieder an den Start zu bringen, jedoch hat darunter eins gelitten: mein Blog – das letzte Territorium bei dem ich mich nicht auf Apps auf dem kleinen schwarzen Screen verlassen kann – hat nun den ganzen Sommer über keine Artikel und keine neuen Bilder gesehen. Gerade im Jahr 2018 indem Instagram einem gezeigt hat, wie unberechenbar der Algorithmus und die App geworden ist, hat ein Ort wie ein Blog noch immer einen besonderen Platz und obwohl es schwerer ist, hier die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen als sonst wo im Internet, lohnt es einmal mehr sich mit Worten zu melden und nicht mit einem Bild. Somit gibt es hier nun eine Retrospection über die letzten Monate, den Sommer 2018.

Wenn ich zurück denke, denke ich an den Saft von Nektarinen zwischen meinen leicht verklebten Fingern den ich im See abwaschen gehe und den süßen Geschmack von Wassermelone in meinem Mund. An Heidelbeeren die ich mit der Zunge an meinem Gaumen zerdrücke und an eine Schale Himbeeren die so schnell leer ist dass ich gleich noch einmal zum Späti an der Ecke gehen möchte um eine neue zu holen. Dabei habe ich es erst sehr spät diesen Sommer an einen See geschafft um mich von den heißen Temperaturen abzukühlen. Ich glaube so einen heißen Sommer habe ich in Berlin noch nie erlebt und einen Blick auf google („Recherche“) sagt mir, dass das tatsächlich der heißeste Mai seit Wetteraufzeichnung gewesen ist und einer der heißesten und sonnigsten Sommer mit 77 Tagen zwischen 25° und 30°C.

Quasi 77 Tage Sommer.

Nach drinnen hat es mich nur zum Tanzen oder für Konzerte gezogen.  Ich bin der Einladung von asos gefolgt und habe Katy Perry in der O2 World gesehen und war beeindruckt wie spontan und ehrlich sie wirkte im Vergleich zur Prismatic World Tour. Mit einem cuten Freund habe ich mich in den Flieger gesetzt und die reputation Tour von Taylor Swift in London besucht und damit auch das erste Mal das Wembley Stadium gesehen. Den Abschluss hat übrigens Britney Spears gemacht, die tatsächlich mit ihrer Show nach Berlin gekommen ist und auf der Bühne ihren Pferdeschwanz gerichtet hat (seriously, das ist scheinbar ihr neuer Power-Move).

London, Juni 2018 | purple velvet top von reclaimed vintage, Hose von topman

Draußen getanzt habe ich auf ein paar Festivals. Mit Jägermeister habe ich das zweite Jahr in Reihenfolge das Deichbrand im Norden Deutschland besucht. Sind wir letztes Jahr noch im Matsch versumpft (Ich habe meine Vans nie wirklich sauber bekommen), war ich dieses Jahr zwar vorbereitet aber durch die Hitze hat sich das Gelände dieses Jahr in eine Wüste verwandelt. Highlight der Acts war für mich definitiv Bilderbuch. Eine Woche zuvor hat mich Florence + the Machine beim Melt! verzaubert und das Festival auf dem Ferropolis Gelände bleibt nach wie vor eines meiner Favoriten. Getanzt habe ich viel im neuen Wald-Gelände und im kleinen Drag-Häuschen. Und getanzt habe ich natürlich auf der ein oder anderen Pride. Angefangen habe ich auf Einladung des W Hotels in London die einen Wagen in eine Discokugel verwandelt haben, weiter ging es in Köln und die Pride season habe ich für mich in meiner Home-Town Berlin geschlossen.

Gerne erinnere ich mich auch an meine Shootings – einmal als Gesicht der Wella PRIDE Kampagne für die wir unter anderem für das blonde und das mate magazine Bilder produziert haben. Außerdem stand ich mit ein paar anderen Influencern und Models für die erste H&M Pride Kollektion vor der Kamera.

Aber das war jetzt genug Brand-dropping, das konntet ihr alles bereits auf Instagram verfolgen. Nicht wirklich konntet ihr allerdings sehen wie ich emotional trotz des tollen Sommers eine kleine downward-Spirale gedreht habe nachdem ich selbst erfahren musste, was es heißt eiskalt geghostet zu werden. Und ich meine damit nicht, dass plötzliche und langsame Einschlafen einer Kommunikation, sondern das radikale Versetzt-werden und nie-wieder-eine-Antwort-bekommen von der einen Stunde auf die andere. Ich will dieser Person gar nicht weiter Beachtung schenken, aber es hat mich leider mehr als eine Nacht beschäftigt, dass man 6 Monate miteinander textet und flirtet und man auch intim miteinander geworden ist, sich verabredet – die Person jedoch 20 Minuten nachdem man miteinander telefoniert hat einfach nicht auftaucht und seitdem jeden Anruf und jede Nachricht ignoriert. Auf meinem Gesicht stand eine zeitlang ein dickes WTF mit Ausrufezeichen. Heute habe ich das gegen ein FU eingetauscht… Ihr seht, manchmal gibt es auch in einem scheinbar noch so perfekten Sommer Makel, aber diese wollen meine Erinnerung keineswegs trüben und auch wenn ich meines Sommer-Flirts beraubt wurde, war mein Sommer auch als Single großartig. Ich erzähle euch das auch, weil ich will dass ihr wisst, dass es immer auch viele Dinge gibt, die man nicht auf social media zu sehen bekommt die fernab sind von dem was viele als perfekt bezeichnen würden. Zeitgleich will ich dass ihr euch daran erinnert, dass auch etwas unschönes passieren kann und der Sommer trotzdem nicht davon überschattet werden muss. Mich hatte das ganze übrigens zu diesem Instagram-Posting inspiriert. Jetzt kennt ihr dazu die Hintergrund-Geschichte.

Ende August habe ich dann zunächst in kleiner Runde meinen Geburtstag gefeiert mit einem Dinner mit drei meiner besten Freunde und Drinks in einer trashigen Bar in Mitte um Mitternacht bevor ich ein paar Tage später in der P7 Gallery eine Rocky-Horror-Picture-Show-themed Party gehostet habe. Kurz danach ging es zu einer Freundin für ein paar Tage nach Ibiza und somit fand der Sommer am Pool auf der spanischen Insel seinen Abschluss. Es gab zwar noch eine Hitzewelle im September aber diese habe ich nicht mitbekommen, da ich die Hälfte des Monats in Japan verbracht habe.

happy birthday boy 👑


… aber ich weiß dass der nächste Sommer kommt 😉

 

 

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