PARTY IN THE VALLEY: Coachella 2017

als erfahrener Festival Besucher habe ich schon einiges gesehen und erlebt, aber ein Festival in der Wüste zwischen Palmen war noch auf meiner bucket list. also habe ich mich Anfang des Jahres an meinen Computer gesetzt und das Projekt Coachella 2017 in Angriff genommen.

Mitte April ging es schließlich mit dem größten Koffer (Übergepäck olé!) den ich habe nach sieben Jahren wieder in die USA für mein erstes Coachella und mein damit auch mein erstes Festival in den Staaten. In Deutschland vermisse ich oft Festivals, die sich dem Thema Pop widmen; hier sind Festivals eher genre-orientiert, sprich es gibt HipHop-, Electro- oder Rock-Festivals, aber keins was sich wie das Coachella all dem widmet und dazu noch große Acts auf die Bühne holt. Das Line Up dieses Jahr war auf jeden Fall vielversprechend und alleine die 3 Headliner waren schon genre-übergreifender als jedes Festival in good ol‘ Germany (Gaga, Kendrick Lamar und Radiohead!).

Mein erstes Festival (als Besucher) war übrigens Rock am Ring 2006 mit Acts wie Depeche Mode, Guns’n’Roses, Placebo, Franz Ferdinand oder Nelly Furtado (die Pop-Ausnahme). Zwar war ich noch oft dort, aber hab heute durchaus weniger Lust darauf, da das Publikum leider zunehmend aggressiv ist und ich das letzte Mal nicht durch die Menge gehen konnten ohne beleidigt zu werden.

in LAX angekommen, wurde ich vom Enthusiasmus beflügelt und habe erst einmal bemerkt wie ich es vermisst habe, in Kalifornien zu sein. meine Erwartungen auf das Coachella stiegen ebenfalls. die Distanz hatte ich unterschätzt und es ist alles ein wenig komplizierter in die Wüste zu kommen. zunächst einmal fuhren wir direkt vom Flughafen nach Palm Spring. von dort fuhren wir dann jeden Tag erneut über eine Stunde nach Indio, der kleinen Stadt in der das Coachella Valley liegt.

kurz vor der Ankunft auf dem Parkplatz war bereits das Riesenrad von weitem sichtbar, der Himmel voll von fliegenden Werbeanzeigen (very american). das Gelände selbst ist dann relativ weitläufig, das Gras ist amerikanisch grün, wurde gefühlt kurz vor dem Festival noch künstlich verlegt. Wo man hinschaut sieht man Palmen, die nachts angeleuchtet werden. es gibt drei große Bühnen und einige Zelte in denen überraschenderweise auch viel electro läuft. bereits an Tag 1 habe ich mich auf den ersten Blick in das Festival verliebt.

die 3 Tage waren einfach unglaublich schön und meine Erwartungen wurden alle erfüllt. alleine das Gelände, zwischen Palmen und der kalifornischen Sonne hat mich mit Glücksgefühlen erfüllt. wie bei jedem Festival habe ich viel zu wenig von den Acts gesehen, als ich mir vorgenommen habe, aber Gaga und Lorde waren definitiv Highlights. Justice habe ich leider verpasst, dafür aber das erste Mal Kendrick Lamar und Two Door Cinema Club gesehen.

Rundum finde ich den Hype um das Festival vollkommen gerechtfertigt und entgegen vielen Vorwürfen kann man seine Zeit dort nutzen wie man es möchte. Niemand muss Photos machen und der Großteil des Publikums ist nur für die Party und die Musik dort.


Q&A

Danke an alle eure Zusendungen und Fragen zum Festival. Im folgenden Abschnitt werde ich nun einige davon beantworten:

  • Kann man auf dem Festivalgelände auch campen?

Das habe ich einen Uber Fahrer in Palm Springs auch gefragt und er meinte, dass das Camping Gelände großartig sei. Also ja, man kann campen auch wenn ich selbst nicht viel dazu sagen kann und den Campingplatz auch nicht einmal von weitem gesehen habe. Jeder der aber kein Auto hat oder mit einer Crew unterwegs ist, kommt aber auch durch einen Shuttle Bus in verschiedene Städte rundum Indio (u.a. auch Palm Springs) vom Festival Gelände und sogar einen Shuttle von LAX zum Festival.

  • Geht es wirklich hauptsächlich darum, was man trägt?

Nein, auf keinen Fall. Mode spielt definitiv eine große Rolle für die Besucher des Festivals und unterscheidet sich hierbei sehr durch die meisten deutschen Festivals. Die Vorwürfe kommen nicht aus dem Nirgendwo, es gibt schon eine große Crowd, die sich eigentlich nur photographieren lassen möchte, aber fernab des VIP Zeltes merkt man davon nur noch halb so viel. Abgesehen davon kann jeder seine Festival Zeit gestalten wie er möchte und entscheiden wie viele Bands er sehen möchte und wie viel Photos man machen will. Meine Devise war dabei: Ankommen, Bilder machen und dann kann mir alles egal sein und ich kann mich im Gras wälzen.

  • Sind die Security Kontrollen wirklich so extrem?

Nein, keinesfalls. Es sind tatsächlich 4 bis 5 Kontrollen, aber die Hälfte davon besteht lediglich daraus, dass man den elektronischen Chip im Bändchen auf ein Pad legen muss, welches grün oder rot aufleuchtet. Die Taschen wurden lediglich einmal kontrolliert, wobei ich hier jede Flughafen Kontrolle aufdringlicher finde. Jede der Kontrollen hat einen freundlich gegrüßt und der ID check ist eine freiwillige Kontrolle, die man überspringen kann, wenn man keinen Alkohol trinken möchte.

  • Kann man wirklich keinen Alkohol trinken?

Jein. Außerhalb des VIP Bereiches ist es tatsächlich schwer an Alkohol zu kommen. Es gibt wohl einen abgesonderten Bereich, nach dem ich jedoch nicht gesucht habe und über den ich auch nicht gestolpert bin. Innerhalb des VIP Bereiches kann man Alkohol kaufen, aber für Festivals üblich nicht gerade günstig. Außerdem sind die Cups auch ein wenig kleiner als wir es in Deutschland gewohnt sind. Die Leute sind allerdings ohne Alkohol auch weniger aggressiv und man sieht keine bewusstlosen oder müden Leute in den Ecken liegen oder sich übergeben. Nüchtern sind die wenigsten Leute, denn laut kalifornischer Gesetzgebung ist das Rauchen von Gras nicht illegal.

  • Wie viel kostet eine Karte?

Sobald die Tickets online gehen, sind sie in der Regel sofort ausverkauft bzw. muss man einige Weile in einer Warteschlange ausharren. Abhängig davon, an welchem Wochenende man geht (dieses Jahr war es das erste Mal an beiden Wochenenden) und ob man einen regulären oder einen VIP Pass kauft, zahlt man zischen 400 und 1000$. Man bekommt auch auf etlichen Seiten im Nachhinein Tickets, die dann aber auch mal gerne zwischen 1000 und 1500$ kosten können.

Die Frage nach den Kosten habe ich ein paar Mal bekommen. Vielleicht hilft euch dieser Time Artikel ein wenig weiter, der grob die nötigsten kosten zusammen rechnet.

  • Hast du Tipps was man unbedingt mitnehmen sollte?

Es gibt auf dem Gelände überall Stationen wo man Wasserflaschen auffüllen kann. Nehmt also gerne eine Trinkflasche mit, die ihr benutzen könnt. Die Sonne brennt tagsüber sehr und es gibt wenig Schattenflächen, also denkt an Sonnencreme. Im Laufe des Festivals wird der Boden außerdem sehr trocken und durch Wind und Wüste ist die Luft sehr trocken. Man sieht viele Leute mit einem umgebundenen Tuch über Nase und Mund – am besten auch eins mitnehmen.

 

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