東京: TOKYO 1 0 1

Tokio für Anfänger

DISCLAIMER: dieser Post beinhaltet keinen bezahlten Content und jede Markennennung basiert auf redaktioneller Basis
first stop: my national transfer flight in Fukuoka

Letztes Jahr habe ich zwei Wochen in Tokyo verbracht und da ich noch immer Fragen von euch bekomme, kommt nun ein etwas ausführlicher Post über die Hauptstadt Japans. Das war meine zweite Reise in das Land der aufgehenden Sonne, mein erster liegt jedoch ein paar Jahre zurück und wurde nicht auf Instagram dokumentiert. Diese Reise war ein reiner City-Trip ohne große kulturelle oder touristische Ausflüge, nicht wie bei meinem ersten Mal, ich habe außer meinem Transfer in Fukuoka die Metropolis Tokyo nicht verlassen, die mit fast 40 Millionen Einwohnern so groß ist wie die Hälfte Deutschlands.

Tokyo zählt noch immer zu meinen Lieblingsstädten und im Kopf plane ich bereits meinen nächsten Trip. Meine Zeit als Schüler war geprägt von Manga, Anime und J-Rock, das FRUITS Magazine mein erster Zugang zu Streetstyle lange bevor es facehunter gab und die Straßen von Harajuku mein erster Blick in eine andere Welt von Mode als das, was ich auf den Straßen der schwäbischen Provinz zu sehen bekam. Meine Faszination für das Land ist heute noch die gleiche und während ich diese Worte schreibe macht sich in mir das Fernweh breit, ich denke zurück an die besten Gyoza und Udon und schwelge in Erinnerungen an Outfits, die ich leider nicht in meinem Koffer mit nach Berlin genommen habe.


AIRPORTS & TRANSPORT

Zunächst einmal zu den logistischen Punkten: dem Transport. Es gibt 2 große Flughäfen in Tokyo. Angekommen bin ich am Flughafen HANEDA, der sich direkt im Süden in der Tokyo Bay befindet, von dort kommt man schnell und unkompliziert in die City. Ich habe einen Airport Limousine Shuttle genommen, einen Bus der alle 10 Minuten fährt und mich für 1.200¥ direkt an die Shinjuku Station gebracht hat (in rund 30 Minuten + WiFi). Nicht zentral liegt dagegen der NARITA Flughafen von dem ich zurück geflogen bin. Abhängig davon in welchem Teil der Stadt ihr seid, sind es 50 bis 80 km zum Flughafen und 1/1.5 Stunden Fahrt. Es gibt mehrere Möglichkeiten dorthin zu kommen, ich empfehle den N’EX Narita Express der JR Line. Ohne Umstieg fährt er direkt zum Flughafen und macht an großen Stationen wie der Tokyo-, Shibuya- oder Shinjuku-Station Halt. Theoretisch befindet sich der Flughafen nicht mehr in Tokyo selbst, sondern nahe der Stadt Chiba. Das Ticket konnte ich direkt im Zug erwerben für rund 3.100¥ cash. Wenn ich die Wahl hätte, würde ich nur von Haneda aus fliegen, aber die Mehrzahl der Flüge geht von Narita aus.

In der Stadt werdet ihr euch vor allem mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fortbewegen. Taxi und Uber ist teurer als ihr es in Deutschland gewohnt seid. Es gibt verschiedene Linien, wie die JR oder Metropolitan Line und ihr werdet wahrscheinlich alle im Laufe eures Aufenthaltes benutzen. Holt euch an einem der Automaten in den Stationen eine Suica oder Pasmo Card (vergleichbar mit der Oyster Card in London), die ihr mit Guthaben aufladen könnt und euch Zutritt zu den Bahngleisen verschafft. Beim Auschecken wird der Betrag von der Karte abgezogen, falls es Probleme gibt, z.B. das Guthaben nicht gedeckt ist, findet ihr immer einen freundlichen Angestellten der euch weiter hilft. Für Infos über Strecken und Preise habe ich mich an die Maps bzw. die Transport-Funktion meines Smartphones gehalten und das funktioniert einwandfrei.

INTERNET & UNTERKUNFT

Hotels und Unterkünfte sind in der Regel recht kostspielig in Tokyo wenn man zentral gelegen schlafen möchte. Wir hatten ein Apartment in das mehrere Leute gepasst haben und haben pro nacht 300€ gezahlt. Hotels liegen ungefähr in der gleichen Preisklasse. Dafür ist unsere Unterkunft sehr zentral an der Shinjuku Station gelegen, mit 2 Badezimmern, 2 Toiletten, 2 Küchen, Wifi und 1 Portable Wifi über zwei Stockwerke verteilt. Es lohnt sich also in einer kleinen Gruppe nach Tokyo zu reisen. Zur Hanami, sprich im April zur Kirschblütenzeit sind die Unterkünfte schnell ausgebucht und dementsprechend alles auch um einiges teurer.

Für Kommunikation und Internet empfehle ich euch eine SIM Karte für euer Smartphone zu kaufen. Die findet ihr entweder direkt am Flughafen oder in der City. Ich habe meine in einem Hostel in Shibuya gekauft und mich dabei für 15GB für ca. 35€ entschieden. In das Gerät eingesetzt, wird die Karte mit ein paar Klicks aktiviert. Das kann ein bisschen kniffelig sein abhängig vom Anbieter aber lohnt sich definitiv für einen smoothen Aufenthalt. Ohne ständigen Zugang zum Internet wäre ich aufgeschmissen gewesen, da ich mich durch Maps orientiert habe und auch Translator immer wieder sehr hilfreich waren.

YUMMY YUMMY

Ein weiterer Grund für meine Liebe für das Land: natürlich das Essen. Ihr werdet durch die Straßen ziehen und endlos viele Restaurants sehen; dazwischen immer wieder eins vor dem sich eine lange Schlange bildet. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass sich das Warten hier fast immer lohnt – was nicht heißt, dass die Restaurants ohne Schlange keinen Besuch wert sind. Restaurants in Japan führen in der Regel immer nur ein Gericht in verschiedenen Optionen, sprich man entscheidet sich für Ramen, Udon, Sushi, Tsukemen etc. und besucht dann eine solche Lokalität. Viele Gaststätten führen Automaten bei denen man ein Gericht bestellt und anschließend den Zettel abgibt. Manchmal wird man dann gefragt ob man z.B. bei Tsukemen eine große oder kleine Portion Nudeln oder sogar Nachschlag möchte und muss dafür nicht extra zahlen. Da die meisten Restaurants relativ klein sind und nur wenig Plätze haben, ist es üblich das Restaurant zu verlassen, nachdem man gegessen und getrunken hat. Trinkgeld zu geben ist übrigens nicht gängig in Japan, da der Service als Selbstverständlichkeit behandelt wird und es kann passieren dass einem eine Kellnerin hinterherläuft und das Trinkgeld zurück gibt das auf dem Tisch liegen gelassen wurde. 

Apps wie Foursquare helfen euch sich durch die etlichen Restaurants zu navigieren. Hier sind ein paar der Restaurants die mir besonders in Erinnerung geblieben sind:

TsuruTonTan – Udon in Roppongi | Harajuku Gyouza LouShin – Udon in Shibuya | Fu-Unji – Tsukemen in Shibuya

Ansonsten haben wie fast täglich einen der vielen convenience stores besucht, wie Seven Eleven (im Übrigen eine japanische Kette) oder Family Mart. Hier findet ihr neben allem was ihr braucht (kühle Drinks, Geldautomaten, Süßigkeiten, Kaffee, Zahnbürsten) auch eine große Auswahl an frischen Reis- und Nudelgerichten, die direkt im Store warm gemacht werden können, Onigiri oder auch Sandwiches. Obst ist in Japan ungewöhnlich teuer, findet ihr aber ebenfalls dort.

Seven Eleven in Shibuya – the view from our apartment in Shibuya – Narita Airport
busy subway life: green jacket by LITTLE SUNNY BITE x DICKIES

jewellery and Japanese fashion brands like M.Y.O.B.
SHOP TIL YOU DROP

Shopping-Möglichkeiten in Tokyo können für mich mit zwei Worten zusammengefasst werden: Paradies, teuer. Eine meiner erstes Anlaufstellen ist das LAFORET Harajuku, das auf 13 Stockwerken neben internationalen Brands wie Vivienne Westwood Anglomania, Jeffrey Campbell, Joyrich oder MAC Cosmetics eine Vielzahl von japanischen und koreanischen Brands anbietet – unter anderem M.Y.O.B., x-girl, oder EGOTRIP. Auch concept stores wie LHP oder GR8 könnt ihr hier finden, die z.B. AZS oder little sunny bite verkaufen, wobei GR8 vor allem internationale High-Streestyle Brands wie Palm Trees, Off White oder o32c führt. In den unteren Stockwerken gibt es zudem eine große Auswahl an Visual Kei und Gothic Lolita Brands sowie den weltweit einzigen Sailor Moon Store.

Mindestens genau so viele Brands wie im LAFORET, jedoch in einer niedrigeren Preisklasse findet ihr bei Shibuya 109 und dem Dependant in dem es lediglich auf Männer ausgerichtete Brands gibt MAGNET. Vintage Stores wie die Kette Chicago gibt es über die ganze City verteilt, wir haben uns an einem Tag jedoch  die Straßen Koenjis vorgenommen in denen eine Ansammlung von verschiedenen Vintage Stores gibt. Hier habe ich euch einen Guide dazu verlinkt. Ansonsten solltet ihr in einem 100¥ Store vorbei schauen um unnötigen aber großartigen Krimskrams zu finden und unbedingt einen der gigantischen Don Quijote Discount Stores besuchen in dem ihr einfach alles findet (hier auch ein kleiner Guide dazu).

Eine Touristenfalle kann die Takeshita-Dori/Street in Harajuku werden. Die überlaufene Straße mit den vielen kleinen Stores ist ein Anzugspunkt für Besucher – doch meine Begleitung Leni fand den Bubble Tea dort den schlechtesten während des ganzen Trips und ich wurde beinahe übelst abgezogen in einem Store in dem es funny Lolita und Sailor Scout Outfits gibt. An der Kasse galt der ausgewiesene Preis plötzlich nicht mehr, jedoch wurde mir das nicht mitgeteilt und als ich bereits meine Kreditkarte gezogen hatte und nachfragte meinte sie erst es lege an den Taxes. Allerdings war das Piece keine 8% teurer sondern die Hälfte. Rechnet hier also lieber einmal selbst nach bevor ihr zahlt falls ihr der Straße trotzdem einen Besuch abstatten wollt.

Bezahlen in Tokyo ist übrigens am einfachsten mit einer Kreditkarte, die fast überall akzeptiert wird. Auch andere Optionen wie Apple Pay oder Zahlen mit PayPal sind oft unkompliziert einsetzbar. Nur wenige Restaurants akzeptieren Bargeld, aber auch hierfür findet man eigentlich schnell einen nahegelegenen ATM.

Roppongi: Tokyo Tower & Maman bronze Statue in front of the Mori Art Museum

MATSURI in neon pink: a traditional cotton jacket worn during Holidays that I bought in Koenji

sneakers: NIKE, pants: EGOTRIP, bag: AZS, shades: KOL ME BABY, hat: BUBBLES

Die meiste Zeit haben wir uns in Shinjuku und Shibuya aufgehalten, die voll sind von Restaurants, Shopping und Entertainment. Nach Roppongi hat es uns nur einmal verschlagen, um Udon zu essen. Die Gegend ist ungewöhnlich hügelig im Vergleich zum Rest der Stadt und neben den Roppongi Hills prägt der Tokyo Tower das Bild des Viertels, das vor allem auch für sein reges Bar- und Nachtleben bekannt ist. Hier findet ihr einige Museen wie das Mori Art Museum für contemporary art. Für einen Tag sind wir gemeinsam nach Odaiba gefahren, einer künstlichen Insel in der Tokyo Bay Area. Nachts bietet die Bucht einen romantischen Blick auf das erleuchtete Tokyo und die Rainbow Bridge, erinnert durch eine Miniatur-Freiheits-Statue jedoch ein wenig an Las Vegas. Hier gibt es eine alte Arcade voll mit Retro-Automaten aus den letzten Jahrzehnten, dekoriert mit Vintage Anime und Magazinen die an High School Glamour Shots erinnern. Vor einer Mall dort gibt es eine weitere Attraktion: einen life-size Unicorn Gundam Wing der mit 24 Metern majestätisch in die Höhe ragt und in regelmäßigen Abständen durch eine Laser-Show zum Leben erweckt wird. 

Odaiba: life-size Gundam Wing Robot & Astro Boy in a vintage arcade
GOOD TO KNOW…

No Trash – was vielen schnell auffällt die das erste Mal in der Stadt sind, ist dass sich so gut wie keine Mülleimer auf den Straßen finden lassen und die Stadt dennoch extrem sauber scheint. Scheinbar haben die Einwohner der City so viel Respekt vor der Stadt, dass ei schlicht keinen Müll auf die Straße schmeißen würden. Falls ihr euch daran stört und keine Möglichkeit habt, euren Müll mit in eure Unterkunft zu nehmen, besucht einen convenient store. Hier findet ihr in der Regel am Eingang auch Müllbehälter. 

Arigatou – Mittlerweile kennt fast jeder das japanische Wort für Danke und es wird auch bei eurer Reise zum wichtigsten Wort werden. Höflichkeit ist in Japan nicht nur eine Tugend sondern scheint Gesetz zu sein und man fühlt sich beinahe kriminell wenn man unhöflich auftritt. Als Tourist gibt es dort viel Fallen, die einem eigentlich aber nur verziehen werden weil man eben ein Gaijin (sprich: Ausländer) ist. Das mindeste was man tun kann, ist sich bei jeder Interaktion mit Service auf japanisch zu bedanken – auch hier gibt es verschiedene Höflichkeitsstufen, jedoch könnt ihr auf ein langes Domo Arigatou Gozimashita verzichten und ein simples Arigatou genügt und kann auch gesagt werden um sich beim Verlassen eines Ladens zu verabschieden. Als ich das erste Mal bei LAFORET bezahlt habe, wurde ich von der Mitarbeiterin aus dem Geschäft begleitet, mein Einkauf wurde mir erst an der Schwelle übergeben und sie erst aufgehört sich zu verneigen und sich wieder wieder in den Laden begeben, als ich nicht mehr in Sichtweite war. Diese Art von Service wird euch zwar in einem Don Quijote nicht erwarten, aber bereitet euch vor, dass ihr der ein oder anderen Überraschung begegnen könntet

Purikura  Die Geschichte der Purikura Automaten geht zurück bis in die 1990er und die überproportionierte, weichgezeichnete Optik dieser Bilder ist das Original aller Snapchat-Filter. Alles ist soft und smooth und kawaii. Der Name Purikura geht dabei auf das Englische Print Club zurück. Automaten findet ihr meist in den obersten Stockwerken von Arcades, dabei ist die Bedienung jedoch rein japanisch und da das Erstellen der Bilder in Form von Spielen mit einem zeitliches Limit abläuft, kann das Besuchen eines Purikura-Automaten zu einer kleinen Herausforderung werden, ist für mich aber ein Muss.

Bubble Tea – Auch wenn bei uns das ultrasüße Getränk wieder aus der Mode gekommen ist und es nur noch vereinzelt Läden gibt, ist es in Japan nach wie vor Big. Meine Freundin Leni hat an einem Bubble tea Guide gearbeitet, ich habe meistens darauf verzichtet weil es in der Regel nur Kuhmilch gab.

Taxes – Wie in den Staaten sind Taxes nicht in den ausgeschilderten Preisen inbegriffen und ihr müsst auf jeden Artikel noch einmal 8% drauf rechnen.

the crew in Odaiba: Leni, Nessie, Kicki & me

im ürbigen findet ihr mehr Bilder im Tokyo Diary auf paperboats.me meiner Freundin Leni mit der ich zu 90% unterwegs war


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